Welcome to the lake
Ich glaube ich werde alt! Mir passiert es immer wieder, dass ich mich selber dabei „ertappe“ wie ich staunend durch die Gegend renne, weil ich mich so an der Landschaft erfreue. Wie der „Indian Summer“ hier die Farben der Blätter verändert ist wirklich erstaunlich. Vor drei Wochen war alles noch sommerlich grün, und mittlerweile haben sich die Wälter zu einem Gelb-Rot-Braunem Farbenmeer gewandelt. „Früher“ wäre mir das ziemlich latte gewesen. Egal, toll schauts aus – und das war auch der Grund für meine heutige Tour.
Ich hatte mir vorgenommen, ein wenig durch den anliegenden Wald zu streifen, ein paar schöne Fotos zu machen und dann „hoffentlich“ diesen See zu erreichen. Leider habe ich nach ca. 15min (und geschätzten 100 Metern) erkannt dass das keine so gute Idee war. Der Wald war wirklich dicht, und ganz abgesehen davon war nach etlichen Vor-Zurück-Links-Rechts Ausweichmanövern meine Orientierung auch schon ein wenig dahin…ich stapfte also wieder zurück und versuchte es auf die „amerikanische Art“ 😉 . Ab ins Auto, um meinem Zielgebiet zumindest schonmal etwas näher zu kommen. Das schaffte ich dann auch, dann hatte ich nur noch wenige Meter vor mir bis ich in der Ferne meinen silbernen, in der Sonne glänzenden grauen, blauen Bach See sah 😀 (ich sollte den Blog-Link wirklich mal an Helge schicken – der hätte bestimmt seine wahre Freude daran…).
Tja, was soll ich sagen, es war mal wieder „unbeschreiblich“ schön und irgendwie skuril. Abseits von Burger King & Co. findet man plötzlich so ein angenehm ruhiges Plätzchen. Ich war ganz alleine, dennoch sah es so aus als wäre ich nicht der erste Mensch der dieses Terrain erkundet hat 😉 . Es gab so ne Art Bootshaus mit Stühlen, ein Sprungbrett, ne Wasserrutsche, und sogar drei Grills warteten nur auf das nächste BBQ. Gut, ich fand mich also damit ab, nicht der nächste Neil Armstrong gewesen zu sein und genoss einfach ein wenig das schöne Wetter und die Ruhe. Nach diversen Foto-Umrundungen des Sees wurde ich plötzlich gestört, als sich ein „Riesen-Gerät“ hinter mir in die Lüfte erhob…geschätze 1.20m Spannweite, aber leider zu schnell für mein 28-75 (mit der falschen Blenden- & Autofocus-Einstellung 🙁 ). Egal, ich habs versucht, das Ergebnis gibts (wie den Rest auch) im folgenden Fotoset zu begutachten. Vielleicht weiß ja einer von euch welches Geflügel da keine Lust auf meine Gesellschaft hatte…
Nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte habe ich mich dann nach einigen weiteren Entspannungsminuten wieder auf den Weg zurück zum Auto gemacht. So alleine macht es dann doch nicht so viel Spaß – auch wenn der „Platz an der Sonne“ wirklich schön war. Ich muss ggf. nochmal nachts zurück kommen, ist bestimmt n passender Ort für S/W-Langzeitbelichtungen im Mondschein 😉 .
Auf meinem Rückweg holte mich dann auch noch ein dezenter Caterpillar-Bulldozer ein, und der eher weniger freundliche Fahrer fragte was ich hier mache. Ich erzählte ganz Touri-like „blabla only taking a few pictures blabla“, womit er sich (nach diversen weiteren Nachfragen) so mehr oder weniger zufrieden gab. Er sagte es wäre sein Grundstück, aber so ganz hab ich immer noch nicht verstanden ob es jetzt legal oder illegal ist sich da aufzuhalten. Immerhin gabs keinen Zaun oder sonst was, und warum sollte sonst (zur allgemeinen Gästbegrüßung) auch „Welcome to the lake“ auf dem Bootshaus-Schild stehen 😉 .
Tja, weder Armstrong, noch Robinson Crueso (es sei denn der Caterpillar-Ami hieß zufällig Freitag), aber immerhin bin ich ohne Waffenandrohung davon gekommen 😀 .
So viel zu meinem (Rentner)-Samstags-Ausflug. Heute abends gehts vielleicht nach NY feiern, nachdem wir gestern wieder ein nettes Sit-In bei Prabhu hatten. Nach einigen Gin-Rum-Softdrinks-Mixes haben wir uns überlegt in NY mal einen indischen (Prabhu), einen chinesischen (Claw) und einen griechischen deutschen Club aufzusuchen. Heute steht eigentlich der indische auf dem Programm, mal sehen ob wir fündig werden. Eigentlich sollte es in NY ja alles geben, fragt sich nur „wo“ 😀 .
Oki doki, dann vielleicht bis morgen mit neuen Geschichten…
Bye bye
G

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19.10.2008 um 03:51 Uhr
Hey, Georg.
Schön, dass es solche Ecken auch da drüben gibt! 🙂
Das „Vögelchen“ könnte ein Grey Heron (Graureiher) sein. http://en.wikipedia.org/wiki/Grey_Heron
Die sitzen immer relativ ruhig und fast unsichtbar an großen und kleinen Gewässern. Aber wenn sie dann erstmal ihre Flügel ausbreiten, erschrickt man tierisch! Vor allem, wenn die dann auch noch einen Sturzflug mit Tauchgang machen.
Have a nice sunday!
Greetz.
19.10.2008 um 16:23 Uhr
Hi Du großer Naturkundler,
was für ein Wandel 😉 ich kann mich noch bestens erinnern, wie doch viele schöne Momente außerhalb von geschlossenen Räumlichkeiten Dir doch völlig „Latte“ waren.
Aber spätestens seit Schweden hast Du diese Welt auch entdeckt. 😀
Der Vogel ist nebenbei bemerkt ziemlich sicher ein Graureiher. Den gibts auch bei uns an jeder „Ecke“, auch in Erp am Teich und das nicht nur aus Metall 😉 sondern da stand auch schon mal ein echter, der Deinen Vater beim Fischen unterstützt hat.
cu,
Oli