Samstag
Puhh, schön wars – aber auch schön anstrengend. Das Wochenende war so umfangreich an kleinen Geschichten und Aktivitäten, dass ich es lieber mal auf zwei Postings verteile…
Nach einem ruhigen Freitagabend hatte ich mich Samstags mit Claw und Vitorio in Princeton verabredet. Wir wollten uns im universitätsinternen Museum eine Sonderausstellung eines Architekten (Frank Gehry) ansehen. Die Ausstellung war mehr oder minder interessant, das Museum hat mich dafür umso mehr beeindruckt. Wie muss es wohl sein, als Student ins eigene Museum zu gehen um sich an diversen Picassos, Monets & Co. neue kreative Anregungen zu holen?! Da weiß man wo die Studiengebühren hinwandern, viele der Gemälde waren aber auch Spenden von Ehemaligen. Das Beste an der Sache – alles „for free“, auch für Nicht-Princeton-Studenten.
Nach der ca. zweistündigen Tour wollen wir uns dann noch ein Gehry-Gebäude live in Princeton ansehen, was uns eine wirklich lustige Begegnung einbrachte. Das Gebäude war neu, bunt und schick, architektonisch auch recht beeindruckend – aber davon hab ich ja eher wenig Ahnung. Wir konnten uns es nicht nehmen lassen mal einen Blick in einen Vorlesungsraum zu werfen, traten in den stockdunklen Raum und suchten ne Weile nach dem Lichtschalter. Dabei machten wir eine nicht unerhebliche Menge Lärm, was uns aber auch nicht zum erwünschten Erfolg brachte. Also wieder raus, rein in den nächsten Eingang (des selben Raums) und wieder ne Weile im dunkeln an den Wänden entlang getappt. Claw war dann der glückliche Finder, und brachte Licht ins Dunkeln. Vor uns sahen wir plötzlich nicht nur (einen ziemlich gewöhnlichen) Vorlesungssaal, sondern auch ein Mädel was uns mit zerzaustem Haar und recht rotem Gesicht entgegen kam. Sie sagte drei Mal „sorry“ und verschwand so schnell wie möglich aus dem Raum. Ich checkte die Situation erst nicht, bis ich in ner Ecke des Raumes einen Typen sah der auch noch gerade dabei war an seinen Klamotten rumzufummeln 😉 . Denen war das wohl mehr peinlich als uns, trotzdem beendeten wir an dieser Stelle unsere Erkundungstour durch die Princetoner Räumlichkeiten…so viel also zu meiner ersten Begegnung mit den Elite-Studenten – die sogar noch ihren Sex in der Uni haben (wahrscheinlich um Zeit zu sparen 😀 ).
Nach nem schnellen Lunch gings dann nach Hause um mich schon Mal seelisch und körperlich auf die abendliche Party vorzubereiten. Nach diversen terminlichen Unstimmigkeiten ging es dann (nach ca. 2 Stunden Wartezeit für mich) ENDLICH um 1 zur Zieladresse. Meine Laune war zu dem Zeitpunkt ziemlich im Eimer, ich noch total nüchtern und eigentlich garnicht in der Stimmung. Das änderte sich recht schnell, als ich inmitten von 140 anderen Verrückten mit lauter Musik begleitet meinen ersten Whisky-Pur in der Hand hielt. Da wir erst recht spät ankamen waren die Mixgetränke zeitweise schon leer – ich bin dann aber recht fix auf Bier umstiegen 😉 . Immer wieder wahnsinnig zu beobachten, das diverse Interns ihr komplettes Haus oder Wohnung zur Verfügung Stellen, eine Facebook-Einladung an 1000 Leute schicken und dann mit ansehen müssen wie über 100 wildfremde Partypeople ihre Orgien feiern. Die Spielregeln waren die selben wie letzten Mal, nur mit wechselnden Kandidaten. Interns VS Au-Pairs, und dazwischen haben sich dann noch n paar Amis vermischt. Lustig (eng, und warm) wars, mittlerweile kenn ich auch schon diverse Leutchen, und nach dem ersten Krankenwagen und zweiten Polizei-Besuch im Haus war dann sowieso alles egal…So gegen 5 war dann aber genug, Claw war der Fahrer für heute Abend und brachte mich sogar noch mit nem frischen Quarter-Pounder with Cheese bis vor die Haustür…

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