Okt 22

Ich machs kurz - das Beste am heutigen Tag war das “Feierabendbierchen” mit meinen zwei Mitbewohnern…NY war ziemlich “enttäuschend”. Schlechtes Wetter, hab mir die Hacken abgelaufen auf der Suche nach dem CDS-Termin, danach noch mit sieben planlosen Interns ein wenig durch die Stadt gelatscht. Alles in allem - ziemlich wenig Mehrwert.

Gute Nacht, doofer Tag
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Okt 20

Die Überschrift passt heute gleich wieder in doppelter Hinsicht. Heute ist das neue AC/DC Album Black Ice erschienen (hat acht Jahre auf sich warten lassen). Ähh, ich hab “gehört” dass soll ganz gut sein ;-) .Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt zum Konzert nach NY in den Madison Square Garden zu gehen (es waren noch Karten verfügbar) - dann hätte ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen - aber die 90 Ökken muss ich im Moment doch besser sparen…schade :-( .

Abgesehen vom neuen Album, sind mir heute in meiner schlaflosen Nacht mal wieder ein paar “grundlegende Gedanken” durch den Kopf gegangen…Mit Trauer habe ich an mein aufgesaugtes Ladegerät gedacht - da war der Sprung nicht weit um gleich mal über das amerikanische Stromnetz zu grübeln…

Ich versteh das Ganze 50 bzw. 220 Volt-Gedöhns nicht, vielleicht kann mich ein mitlesender E-Techniker (oder auch Maschi oder Physiker) mal gerade aufklären…Mein Lappi z.B. läuft ganz normal mit dem Saft aus der Steckdose (natürlich mit nem entsprechenden Steckdosen-Aufsatz), ganz im Gegensatz zu meinem alten Handy bzw. Ladegerät (also nicht das atomisierte, sondern ein ca. 4 Jahres altes Teil). Was ich dabei nicht verstehe - braucht mein Lappi (bzw. alle EU-Geräte) ca. 4mal so viel Strom wie ein Amigerät (also 220 anstatt 50 Volt) ?. Und alte deutsche Geräte bekommen zu wenig Saft aus der Amidose - so wie alle Amigeräte gleich hops gehen wenn sie an ner deutschen Dose hängen? Dann müsste meine 8-fach-Mehrfachsteckdose mit 220 V das Netz ja hier ganz schön belasen ;-) . Kann ja alles nicht sein, dass Amigeräte alle stromsparender sind…also, ich bitte um Aufklärung…

Zurück zu meiner schlaflosen Nacht - die war nämlich wirklich nicht gerade angenehm…ich weiß nicht wieso, aber gestern Abend bin ich um halb 8 tot ins Bett gefallen - um dann um 11 Uhr wieder aufzuwachen und bis zum morgen nicht mehr einschlafen zu können…na toll, so kommt man dann auch zu seinen Blog-Themen ;-) .

Trotzdem war ja heute Montag - und für alle die mich kennen, heißt das “mit frischem Elan zu neuen Taten”…Früh aufstehen, mehr Sport, weniger rauchen, gesünder essen oder am Besten von allem etwas…da ich trotz 3 Stunden Schlaf meinem “Grundsatz” treu bleiben wollte habe ich mich dann heute um viertel vor 7 aus dem Bett gequält um joggend den Sonnenaufgang zu genießen. Yes, mit Moonboots an den Füßen und Asics auf den Ohren war das auch ne super Idee! Ich hab ne recht angenehme Strecke gefunden, zwar heute nur knapp 30min lang, aber ich muss ja erst mal wieder warm werden…gutes Stichwort, bei ganzen 2 Grad heute morgen! Ich versuche das jetzt so 4 mal die Woche beizubehalten (wenn das Wetter mitspielt), dann sollten die paar Doppel Whopper eigentlich kein Problem sein ;-) .

Weiter gings mit der Produktivität bei der Arbeit (naja…Kaffee und Mountain Drew habens gerichtet ;-) ) um danach noch in nen “Kurzurlaub” zu verschwinden…auch das war mal wieder eine neue Erfahrung - es war nämlich Zeit für mich nicht nur täglich Brote zu toasten, sondern auch mal mich selber ;-) . Und schon wieder erlebte ich dabei einige Überraschungen…

Die “braungebrante, aufgeklebte-Fingernägel-Tussie” die mich am Eingang begrüßte hätte auch ne Deutsche sein können - leider nicht von ihrer Redegeschwindigkeit…man, also wenn die Native-Speaker einmal loslegen hab ich echt noch Probleme. Vor allem scheinen die das PARTOUT nicht zu raffen, und reden auch nach dem dritten Mal nachfragen noch in der selben Geschwindkeit weiter…gut, ich bin nicht gerade ein Sprachen-Genie - aber da sollten die Amis mit ihren Null Fremdsprachen-Kenntnissen vielleicht mal kurz ihr Gehirn einschalten…Nun ja, auf jeden Fall hatte ich dann als erstes ein Formular vor mir liegen - interessant, selbst beim Asi-Toaster muss man hier nen Wisch ausfüllen damit man den Laden auch bloß nicht verklagen kann ;-) . Gleich wieder neue Vokabeln gesichtet - ich dachte mir doch schon dass die nicht wissen wollten ob ich unter der Sonnenbank schonmal gefreckt bin (LOOOL, und ich hab n Fragezeichen dran gemacht ;-) ).

Gut, weiter zum unschönen Teil - natürlich wieder die Preise! 21$ für 12min…oha - man gönnt sich ja sonst nix (und dafür verzichte ich aufs AC/DC-Konzert - is klar…). Hier scheint es auch strikt verboten zu sein mehr als 12min zu sonnen - ist bestimmt wieder irgend n Gesetz :-D . Nun ja, ansonsten dudelt die Sonnenbank das selbe Gelaber über den “hilfreichen” Voice-Guide wie auch in Germany…toll, dass ich gerade auf dem Asi-Toaster ne “bekannte Stimme” wieder entdecke…

Nach der kurzen Erholung gings dann weiter im Produktivitäts-Marathon. Gestern hatte ich es doch glatt geschafft bei Wal-Mart irgend eine Bettwäschen-Kombo zu erstehen…die war dann sogar noch bezahlbar, aber den Haken habe ich heute (beim Versuch des beziehens) “entdeckt” (höhö, welch Wortspiel). Das Ding stinkt chemisch wie die Hölle, mal sehen wie sich so ein Teil in der Waschmaschine & Trockner macht (werd ich gleich sehen - ist bald fertig…).

Und wenn ihr denkt ich habe seitdem nur untätig rumgesessen - falsch gedacht (wie gesagt, heut ist ja Montag :-D ). Da meine gestrigen ToDo’s auf Grund meines auftretenden Spontan-Deliriums leider liegen geblieben sind hab ich die dann heute erledigt…

Schön, jetzt noch gebloggt - aber langsam wirds wirklich Zeit für mein (hoffentlich nicht zerrupftes) frisches Bettzeug…ein paar Stunden mehr Schlaf könnten nicht schaden, morgen bin ich wieder in NY unterwegs - zwecks “CDS-Orientation-Day” (die Firma die sich im Auftag von Siemens um mein Visum gekümmert hat). Schön, die Orientation dauert zwei Stunden, bahnbrechende Erkenntnisse soll es da wohl nicht geben, dafür aber den Rest des Tages Zeit um mal wieder NY auszukundschaften…

Bye bye
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Okt 19

Nichts eignet sich besser für einen kurze Putzeinlage als ein ruhiger Sonntag wie heute einer ist. Ich näherte mich mit skepsis diesem blauen Ungetüm, was hier allgemein als Staubsauger bekannt ist. Ich ließ mich nicht davon beirren, dass es äußerlich eher einer Zeitmaschine glich. Ich schleppte das Ungetüm also in mein Zimmer, suche den rot gekennzeichneten (Gefahr?!) On-Knopf und wollte ein wenig geschmeidig über meinen Teppich gleiten.

Ich hatte mal wieder nicht berücksichtigt, dass hier alles etwas “größer, schneller, weiter, stärker” ist. Die Zeitmaschine (die in der Mitte meines Zimmer stand) machte zum einen einen Höllenlärm, zum anderen schien sie automatisch jegliche Gegenstände “magisch” anzuziehen. Ich befand mich sozusagen mitten im Auge des Tornados, und musste mit ansehen wie mein Hab und Gut langsam Richtung “Schwarzes Loch” gezogen wurde…

Leider war ich zu langsam, und konnte meine Mehrfachsteckdose mit jeglichen Ladegeräten nicht mehr vor dem Sturz in den Abgrund retten. Die Folge davon: Eine qualmender Staubsauger, und ein Nokia 6500 ohne Ladegerät ;-) . Mit Hilfe von Florian (Mitbewohner) konnten wir das blaue Etwas aus den Fesseln meines Ladekabels befreien - leider zu Ungunsten meines Kabels…das Ding ist hinüber, ist ärgerlich, aber nicht ganz so dramatisch wie ich anfangs befürchtete. Ich hab noch ein USB-Ladekabel um mein Handy mit der nötigen Energie zu versorgen…und falls das nicht geht, hat der Staubsauger bestimmt auch ne Telefon-Funktion ;-) .

Wieder was gelernt fürs nächste Mal. Staubsauger ins Zimmer stellen, nach 5min wieder kommen und alles ist sauber :-D . So, ich genieße jetzt noch ein wenig den schönen Sonntag…

Bye bye
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Okt 18
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Okt 18

Ich glaube ich werde alt! Mir passiert es immer wieder, dass ich mich selber dabei “ertappe” wie ich staunend durch die Gegend renne, weil ich mich so an der Landschaft erfreue. Wie der “Indian Summer” hier die Farben der Blätter verändert ist wirklich erstaunlich. Vor drei Wochen war alles noch sommerlich grün, und mittlerweile haben sich die Wälter zu einem Gelb-Rot-Braunem Farbenmeer gewandelt. “Früher” wäre mir das ziemlich latte gewesen. Egal, toll schauts aus - und das war auch der Grund für meine heutige Tour.

Ich hatte mir vorgenommen, ein wenig durch den anliegenden Wald zu streifen, ein paar schöne Fotos zu machen und dann “hoffentlich” diesen See zu erreichen. Leider habe ich nach ca. 15min (und geschätzten 100 Metern) erkannt dass das keine so gute Idee war. Der Wald war wirklich dicht, und ganz abgesehen davon war nach etlichen Vor-Zurück-Links-Rechts Ausweichmanövern meine Orientierung auch schon ein wenig dahin…ich stapfte also wieder zurück und versuchte es auf die “amerikanische Art” ;-) . Ab ins Auto, um meinem Zielgebiet zumindest schonmal etwas näher zu kommen. Das schaffte ich dann auch, dann hatte ich nur noch wenige Meter vor mir bis ich in der Ferne meinen silbernen, in der Sonne glänzenden grauen, blauen Bach See sah :-D  (ich sollte den Blog-Link wirklich mal an Helge schicken - der hätte bestimmt seine wahre Freude daran…).

Tja, was soll ich sagen, es war mal wieder “unbeschreiblich” schön und irgendwie skuril. Abseits von Burger King & Co. findet man plötzlich so ein angenehm ruhiges Plätzchen. Ich war ganz alleine, dennoch sah es so aus als wäre ich nicht der erste Mensch der dieses Terrain erkundet hat ;-) . Es gab so ne Art Bootshaus mit Stühlen, ein Sprungbrett, ne Wasserrutsche, und sogar drei Grills warteten nur auf das nächste BBQ. Gut, ich fand mich also damit ab, nicht der nächste Neil Armstrong gewesen zu sein und genoss einfach ein wenig das schöne Wetter und die Ruhe. Nach diversen Foto-Umrundungen des Sees wurde ich plötzlich gestört, als sich ein “Riesen-Gerät” hinter mir in die Lüfte erhob…geschätze 1.20m Spannweite, aber leider zu schnell für mein 28-75 (mit der falschen Blenden- & Autofocus-Einstellung :-( ). Egal, ich habs versucht, das Ergebnis gibts (wie den Rest auch) im folgenden Fotoset zu begutachten. Vielleicht weiß ja einer von euch welches Geflügel da keine Lust auf meine Gesellschaft hatte…

Nachdem ich mich von dem Schock erholt hatte habe ich mich dann nach einigen weiteren Entspannungsminuten wieder auf den Weg zurück zum Auto gemacht. So alleine macht es dann doch nicht so viel Spaß - auch wenn der “Platz an der Sonne” wirklich schön war. Ich muss ggf. nochmal nachts zurück kommen, ist bestimmt n passender Ort für S/W-Langzeitbelichtungen im Mondschein ;-) .

Auf meinem Rückweg holte mich dann auch noch ein dezenter Caterpillar-Bulldozer ein, und der eher weniger freundliche Fahrer fragte was ich hier mache. Ich erzählte ganz Touri-like “blabla only taking a few pictures blabla”, womit er sich (nach diversen weiteren Nachfragen) so mehr oder weniger zufrieden gab. Er sagte es wäre sein Grundstück, aber so ganz hab ich immer noch nicht verstanden ob es jetzt legal oder illegal ist sich da aufzuhalten. Immerhin gabs keinen Zaun oder sonst was, und warum sollte sonst (zur allgemeinen Gästbegrüßung) auch “Welcome to the lake” auf dem Bootshaus-Schild stehen ;-) .

Tja, weder Armstrong, noch Robinson Crueso (es sei denn der Caterpillar-Ami hieß zufällig Freitag), aber immerhin bin ich ohne Waffenandrohung davon gekommen :-D .

So viel zu meinem (Rentner)-Samstags-Ausflug. Heute abends gehts vielleicht nach NY feiern, nachdem wir gestern wieder ein nettes Sit-In bei Prabhu hatten. Nach einigen Gin-Rum-Softdrinks-Mixes haben wir uns überlegt in NY mal einen indischen (Prabhu), einen chinesischen (Claw) und einen griechischen deutschen Club aufzusuchen. Heute steht eigentlich der indische auf dem Programm, mal sehen ob wir fündig werden. Eigentlich sollte es in NY ja alles geben, fragt sich nur “wo” :-D .

Oki doki, dann vielleicht bis morgen mit neuen Geschichten…

Bye bye
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Okt 17

Heute gibts es mal nichts zu schreiben - ich bin nicht in der Stimmung. Ich könnte zwar wieder einen 3-Seiten-Roman über meinen ersten Gehaltsscheck verfassen, aber ich gönne mir (und euch ;-) ) mal eine kreative Pause (Kräfte sammeln fürs WE). Langeweile sollte hoffentlich nicht aufkommen, es gibt bestimmt noch alte ungelesene Postings von mir…

Bye bye
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Okt 15

“Eigentlich” hatte ich mir vorgenommen nicht mehr jeden Tag zu bloggen, da ich schon diverse Messages mit “man, du schreibst aber viel” bekommen habe.

Da heute aber mal wieder ein etwas ungewöhnlicher Tag war muss ich das für mein “Tagebuch” festhalten. Ich bin heute morgen nicht zur Arbeit gefahren, sondern habe mein Pferd gesattelt um in Richtung New Brunswick zu reiten. Dort erwartete mich nämlich eins der hiesigen Social Security Offices. Diese muss man aufsuchen um an seine SSN (Social Security Number) zu gelangen. So gegen 10 stand ich da vor der Tür, und da wurde mir mal wieder klar warum ich Ämter einfach total zum kotzen finde!

Unabhängig von Deutschland, USA oder wahrscheinlich irgendwo sonst auf der Welt ist so ein Amt für mich der Inbegriff der Unwirtschaftlichkeit (sorry Michael ;-) ). Überall warten X Menschen X Stunden lang und können nix anderes tun als ihre Zeit zu verdödeln. Da helfen auch die feschen Wartemarken nix - außer ein ewiges hoffen auf den Aufruf der Nummer die man nach einigen Stunden schon total verknittert und verschwitzt in den Händen hält. Ich verstehe bis heute nicht warum offizielle Behörden die einzigen sind die nach solch einem Schema vorgehen - bei normalen Dienstleistern wie Ärzten, Autowerkstätten & Co erhält man doch auch seine Leistung mit weniger als 2 Stunden Wartezeit - einfach per Termin.

Tja, leider half alles nix - da ich nicht in 5min das gesamte amerikanische Behördensystem umkrempelt konnte musste ich wohl oder übel eine Marke ziehen. Das tat ich dann auch - da viel mir gleich die nächste ABM-Maßnahme ins Auge ;). Da saß ein netter Herr (in Uniform) in der Mitte des Raumes der einem sagte welche der drei Tasten man auf dem Touchscreen für seine Marke zu drücken hatte. Dieses musste er im Laufe des Tages ca. 100 mal tun, und die meisten verstanden es nicht, so dass er es nochmal wiederholen musste. Der Automat stand allerdings nur 30cm von ihm entfernt - also frage ich nicht warum er nicht gleich die Marken austeilte, das wäre auf jeden Fall schneller gewesen…zusätzlich verwunderte mich noch der Gegensatz:
Es gab zwar den Touchscreen für die Wartemarken, ich musste aber leider vergeblich nach einer Anzeigetafel für die “Numbers of Desire” suchen. Ha, neeein, wir kommt man auch auf so ne Idee, der nette Uniform-Mann hakte nämlich jede aufgerufene Nummer per Hand auf einem Zettel ab und rief dann die nächste Nummer wieder auf. Schön war auch das ständige kommen und gehen in dem Raum - so musste er nämlich jedem der den Raum betrat wieder die aktuelle Nummer persönlich verraten - was für ein Zirkus!

Was mir auch schon häufiger in diesem Land aufgefallen ist, ist die Art hier mit Diskretion umzugehen. Das komplette Prozedere spielte sich in einem ca. 50qm großem Raum ab, da standen 30 Stühle, der gute Graf Zahl und 3 Schalter mit Sachbearbeiterinnen. Alles war recht laut, und von Diskretion, Mindestabstand & Co. konnte keine Rede sein. Komisch nur, dass die SSN wohl eines der wichtigsten Dokumente im Leben eines Amis ist, und trotzdem so “leichtsinnig” mit den Infos umgegangen wird.
Das selbe Phänomen hatte ich auch schon in der Bank, wo mir die nette Bankmitarbeiterin ihr Keyboard über den Schalter gereicht hat um mein PW und persönliche Fragen+Antworten für mein Onlinebanking einzutippen. HALLO?! Wo gibts denn sowas? In Deutschland wäre sowas undenkbar gewesen dass eine andere Person die Daten mitlesen kann während man sein privates Passwort vergibt.

Tja, an dem Spruch “Andere Länder, andere Sitten” scheint wohl was wahres dran zu sein ;-) . Gut, aber weiter im Text. Pünktlich um 10 hatte ich meine Nummer, dann musste ich ein fixes Formular ausfüllen (und das war sogar mal wirklich easy) - pünktlich um halb eins war ich (sichtlich genervt) an der Reihe. Auch hier gab es natürlich Komplikationen, hätte mich ja auch gewundert wenn in dem Land mal was glatt gegangen wäre. Ein “wichtiges Dokument” fehlte in meinem Pass, und ohne das besagte I-95 müsste ich erst zur Immigation gehen. Vom I-95 hatte ich bis dato noch nix gehört (und glaubt mir, ich hab schon ne Menge Formulare ausfüllen müssen damit ich hier sitzen und bloggen kann ;-) ), aber ich war mir sicher alle Unterlagen immer dabei zu haben. Ich zog also mal wieder ohne Erfolg von dannen und sammelte im Auto nach neuen Kräften. Ich hatte nicht 2.5 Stunden gewartet um dann einfach spurlos die Biege zu machen. Also räumte ich nochmal sämtliche Dokumente aus, suchte zwischen allen Kopien, Belegen etc. ob ich nicht ein kleines I-95 erspähte.

Und oh Wunder - da war es. Es war ein Wollknäul- Creditcard-großes Stück Papier mit ner Nummer drauf was ich ziemlich beiläufig bei der Einreise erhalten habe, und was sich wirklich NIE in meinem Pass befand (wo es eigentlich hin sollte…).

Gut, mit neuem Lebensmut und dem Stück Papier in der Hand bin ich also wieder in die Höhle des Löwen rein - und es kam wie es kommen musste…
Ich frage Graf Zahl ob ich schnell wieder an den Schalter dürfte, da seitdem ja gerade mal 3min vergangen waren. Er sagte “No” - ich wägte kurz ab ob ich mit nem Knarren-Ami diskutieren wollte - und drückte dann abermals auf das mir bekannte Touchpad :-( . Weitere zwei Stunden später war ich dann erneut an der Reihe, diesmal stimmte alles und ich bekam wieder ein neues Dokument auf das ich gut aufpassen sollte. Die SSN kommt jetzt in ca. zwei Wochen per Post - und that’s it. Wofür ich die eigentlich brauche ist mir nicht ganz klar, da ich auch ohne die Nummer bei Siemens arbeiten kann, ne Bude habe, n Bank-Account und ne Handykarte - aber irgend einen Sinn wird das Ding schon haben ;-) .

Da ich die Zeit nicht anders nutzen konnte als blöd in die Luft gucken (es gab ja nicht mal ne Anzeigetafel wo sonst alle draufstarren) schaute ich mir ein wenig meine Mitstreiter an. Wenn das die “normale” amerikanische Mittelschicht ist - dann sind das zum Großteil wirklich arme Leute. Ich weiß nicht ob das Social Security Office mit dem deutschen Sozialamt gleichzusetzen ist, aber dieser Multi-Kulti-Mix war mir bis dahin entgangen. Kaum ein Weißer, dafür um so mehr Schwarze, Hinspanics, Inder und sonstige Kulturen die sich auf den verschiedensten Sprachen unterhielten. Wieder um eine Erfahrung reicher kann ich nur sagen - auch wenn ich mir die ca. 5 Stunden Wartezeit gerne erspart hätte.

Um dem Tag noch einen krönenden Abschluss zu verleihen bin ich dann um ca. 16 Uhr noch zu Siemens gefahren und habe erst Mal Ziel auf die Personalabteilung genommen. Ich bin zwar schon ein paar Tage “on Board”, trotzdem gab es noch einige Dokumente & Dinge zu klären. Als ich im Personalbüro ankam wartete ER schon auf mich. Nein, nicht der Graf Zahl mit der Knalle vom Sozialamt - sondern MEIN BATCH!

Wenn ihr euch jetzt fragt was “ein Badge” ist, dann wisst ihr wie es mir an meinen ersten Tagen ergangen ist ;-) . Ein Badge ist so ne Art ID-Karte jedes Mitarbeiters, die ne Menge Features enthält. Die Wichtigkeit dieses Teils wurde uns in der Einführungsveranstaltung mitgeteilt, typischerweise benutzt man sie um Zugang zu den Gebäuden zu erhalten, sich am Rechner einzuloggen, in der Kantine zu bezahlen (aber wir haben keine) nd so on…Auf jeden Fall ein wichtiges Utensil, und überall auf der Welt gültig (also auch in anderen Siemens-Gebäuden). Heute konnte ich dann auch endlich meine temporäre Karte gegen meine personalisierte eintauschen, die man auch immer schön sichtbar und griffbereit am Körper tragen muss.

Und weil ich diesen “schönen Moment” mit euch teilen will - hier ist das gute Stück:
(sorry, Pic nur ohne Blitz und mit der kleinen Cam :-( )

Nun ja, die wird jetzt täglich mein neuer Begleiter sein für die nächsten 5.5 Monate ;-) . Das wars auch schon, der Tag war vorüber und ich froh wieder einiges erledigt zu haben.

Bye bye
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Okt 15

Heute habe ich mir zum wohlverdienten Feierabend mal ein wenig “Unterhaltung” gegönnt und mich vor die Glotze gesetzt. Da ich hier aber natürlich kein TV gucke, stand Apples Special Event October 2008 auf dem Programm. Ich habe mich heute schon per Liveticker über die Neuigkeiten über MacBook & Co informiert, dennoch wollte ich mir die Präsentation im Ganzen nochmal ansehen.

Zum einen interessierten mich die Präsentationsskills eines BigPlayer-CEO, zum anderen wollte ich mir nochmal selbst ein Bild über die neuen Features machen.

Ist schon bemerkenswert zu beobachten, wie ein Steve Jobs in altbekannter Manier ohne großartige Fehler (und schon fast gelangweilt) seinen Kram präsentiert, während der glatzköpfige Design-Ami sichtlich aufgeregter war. Zusätzlich verwundert war ich auch am Ende der Präsi wirklich alles verstanden zu haben.

Ich frage mich ob das ein Teil der Corporate Language von Apple ist, alles so einfach wie möglich auszudrücken, damit es wirklich die komplette Zielgruppe versteht, und sich somit auch das 14jährige-Rosa-iPod-Mädel freuen kann eine Keynote verfolgt zu haben (und weiterhin die Produkte kauft). An meinen dreiwöchigen erweiterten Englisch-Skills wirds auf jeden Fall nicht gelegen haben ;-) .

Abgesehen davon hoffe ich - wenn ich mal für Apple auf der Bühne stehe :-D - die Gürtelpflicht einführen zu dürfen. Das sieht ja sowas von banane aus, Shirt in der Hose und ohne Gürtel!

Gut, back to topic: Leider haben mich die Produkte an sich nicht so vom Hocker Bett gehauen. Richtige Innovationen gab es m.E. keine, aber es wurde natürlich so präsentiert als wären es welche :-( . OK, den Öko-Zug hat Apple mittlerweile auch erwischt, weniger Abfall, CO2, Verpackung und blabla, aber das interessiert mich als Endabnehmer eher weniger - dafür wohl umso mehr die Presse und Greenpeace die Apple jetzt wieder loben werden ;-) .

Dazu gabs noch mindestens 20 mal den Hinweis auf “5x schnellere Grafikpower” - schön und gut, aber 5x schneller von echt scheiße ist immer noch nicht gut. Seine eigenen Intel-Onboard-Kram zum Vergleich zu nehmen zeigt auch nicht gerade den momentanen Stand der Technik. In nem normalen Aldi-Laptop ist wohl ne schnellere Grafikkarte drin als im neuen Mac (und der kostet auch nicht mindestens 1500€ ). OK, beim Thema Preis-Leistung braucht man beim Mac wohl auch nicht anzufangen ;-) . Das LED-Feature der Displays ist ja ganz nice, aber die MacBooks jetzt nur noch mit Glossy-Screens zu verkaufen find ich auch nicht gerade gelungen. Sonst noch was? Das Touchpad-Feature ohne Maustaste wurde auch gehypt, ist für mich eher nur n Stück vom iPhone in n Rechner eingebaut…

Joah, und das wars auch schon, wenn ich dezent über den “aus einem Stück Aluminium”-Part und dem “ich hab n Kabel mehr hinten dran”-CinemaDisplay hinweg sehe…schade eigentlich, ich hätte mir doch ein wenig mehr versprochen. Natürlich ist es trotzdem noch ein innovativer Rechner mit bestimmt 100 durchdachten Feinheiten mehr als bei nem PC (kein Wunder wenn Hard- und Software aus nur einer Firma kommen), aber bei Apple sind mittlerweile ja auch die Erwartungen ein wenig höher…

Ich werde mir das Ganze Spektakel in den nächsten Monaten mal ansehen - eigentlich wollte ich ja nicht ohne neuen Rechner nach Hause kommen. Auf jeden Fall weiß ich, dass es kein MB Pro werden muss, die unterscheiden sich nur noch geringfügig von der kleineren Produktfamilie.

Have a good night
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Okt 14

Mal wieder eine kleine Anekdote…also einige Momente die ich hier durchlebe sind durchaus filmreif (oder zumindest die Gedanken die ich mir dabei zusammen spinne) ! Ich wollte nichts unmögliches, einfach nur in den Supermarkt gehen und mich ein wenig mit Bettzeugs und Handtüchern eindecken. Zur Zeit bin ich noch auf die Spendierhosen meiner Mitbewohner angewiesen - das hatte ich vor zu ändern.

Nach getaner Arbeit stapfte ich also tapfer durch den überdimensionalen Eingang des Shops und malte mir dabei im Kopf schon aus, was mich wohl diesmal für Überraschungen erwarten würden…Nach einigen Metern wusste ich schon die Antwort: Kein normaler Mensch (der Englisch nur in der Schule hatte und das schon ein paar Jahre her ist) kennt solche Vokabeln wie Bettwäsche, Kissenbezug oder gar Spannbettuch. Na super, ohne mein LEO schrumpften meine Kommunikationsfähigkeiten schlagartig um 50% - trotzdem gab ich mich noch nicht geschlagen. Ich fing an (wie ein normaler EUROPÄER) durch den Supermarkt zu schlendern, ohne genau zu wissen in welche Abgründe mich der nächste Gang wohl wieder reißen würde…

Trotz (mittlerweile) dreiwöchigem Aufenthalt in den USA ist der Besuch in nem Supermarkt für mich immer noch ein Erlebnis. Welcher Mensch auf der Welt braucht denn ganze zwei Regale mit abgepacktem (geschnitten & gewaschenem) Fertig-Salat, sechs Regale mit Softdrinks (von der 100-kcal-Dose bis hin zur obligatorischen Gallone) oder Klinex-Rollen im 24er-Pack ??? Ich glaube ich werde es nie verstehen - deswegen freu ich mich schon auf die nächsten Supermarktbesuche :-D . Nach ca. einer viertel Stunde war ich dann am Ziel - in der Bettwäschen-Abteilung (oder wie die auch immer heisst).

Und da war sie - gleich die nächste Herausforderung. Hier gehts nämlich nicht um 140×200 (abgesehen davon dass die sowieso mit cm-Angaben nix anfangen können ;-) ), sondern um Normal-, Queen-, King- und Papst-Size…oder so ähnlich…fragt mich nicht wie die darauf kommen oder ob diese “Maße” in irgend einer Weise standardisiert sind…ich hatte auf jeden Fall mit so einer Komplikation gerechnet und mich schon schlau gemacht - “wahrscheinlich” habe ich Queen-Size (das entspricht wohl so 140×200), da King-Size 200×200 ist.

Leider wurde ich da gleich ein weiteres Mal enttäuscht. Im Land in dem normalerweise alles billig ist (außer Lebensmittel) kostet die Queen-Size Bettwäsche plötzlich 50$. Da mich meine Vokabelkentnisse ja schon am Eingang im Stich gelassen hatten konnte ich nicht mal so ganz verstehen ob es sich jetzt nur um das Laken, um n Bettbezug oder alles in einem handelte. Egal, auf jeden Fall war es zu teuer (komisch das ein Kissen aber nur 5$ kostete ??) ! Drei Regale später war es mir immer noch zu teuer, deshalb bin ich mit gesenktem Haupt von dannen gezogen.

Ich war schon fast am Ausgang, da sah ich in der Ferne ein Lichtlein blitzen. Und was stand da drauf? TOWELS - YES, endlich mal ne Vokabel mit der ich was anfangen konnte. Die Handtücher hatte ich bei meiner Odysee ganz vergessen, ich rannte also wie ein Rammbock durch die Buchsbaumhecke in Richtung Leuchtschrift. Es stand zwar überall “Made in China” drauf - trotzdem waren die Preise wohl Amerikanisch. 12$ für n Gimmel-Handtuch, das überstieg dann sogar meine Freude am Spiel “Mensch, zück die Credit-Card”.

Nicht dass ihr mich falsch versteht, schon klar dass ein vernünftiges Handtuch mehr kostet als 8 €, aber nicht in ner Art Kik, der Ami-TextilDISKONT und in der Größe eines Waschlappens. Ich musste mich wohl oder übel geschlagen geben, ich verließ den Ausgang also so wie ich gekommen war - nur wieder um einige Erfahrungen reichen…

Und die Moral von der Geschicht: Dass man manchmal mit 28 Jahren nicht in der Lage ist Bettwäsche zu kaufen - wenn ich es nicht selber erlebt hätte würde ich es nicht glauben :-D .

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Okt 14

Da ich jetzt schon mehrmals auf Besuch angesprochen wurde kläre ich jetzt mal die Fakten ;-) .

Also, ich freue mich natürlich immer über Besuch, egal ob groß ob klein, ob alt ob jung, ob dick ob dünn oder wie auch immer - ABER da gibts n paar Einschränkungen die die “Operation Princeton” ein wenig verkomplizieren.

1. So schön es hier auch ist - leider bin ich nicht zum Spaß hier (also eigentlich ja schon, aber das sehen leider nicht alle so ;-) ). Offiziell habe ich ganze NULL (in Zahlen: 0) Urlaubstage, d.h. mich besuchen und zusammen durchs Land ziehen ist leider nur eingeschränkt möglich (Ausnahme Katharina :-D ). Natürlich sollte es kein Problem sein mal den einen oder anderen Tag frei zu nehmen, aber da ich “wahrscheinlich” über Weihnachten und Silvester zwei Wochen frei nehme möchte (weil Katharina kommt) und Thanksgiving wohl auch schon ein längerer Trip in Planung ist, möchte ich die gute Laune meines Chefs ungern überstrapazieren (und ich nehme nicht an dass ihr nur übers WE rüberkommen wollt ;-) ).

2. Da wären wir schon beim nächsten “Problem”. Wie schon häufiger in den Postings beschrieben sind die Ausmaße hier ein wenig anders als bei uns. D.h. ohne Auto geht hier garnix (wir bringen selbst den Müll mit dem Auto raus :-D )! Wenn ich also nicht gerade Zeit habe (siehe Punkt 1 ;-) ) um mit euch die Gegend unsicher zu machen müsstet ihr entweder am Haus blöd rumsitzen oder euch ein Auto mieten was auch wieder ein wenig ins Budget fällt (keine Ahnung was ein fahrbarer Untersatz hier so kostet).

3. Wenn ihr mich alleine besuchen wollt (d.h. ohne Partner oder gleich zu mehreren) dann sollte das schlafen eigentlich kein Problem sein. In meinem Zimmer ist genügend Platz für ne Matratze - und selbst wenn nicht ließe sich hier noch eine Möglichkeit auf der Couch finden. Trotzdem kann ich das alles wieder nicht alleine entscheiden, sondern muss ein wenig auf das Wohlwollen meines Vermieters und meiner Mitbewohner achten. Einige Tage sind hier auch “no problem”, aber wenn sich jemand zwei Wochen bei mir einquartieren möchte wäre das nicht so günstig (mit Außnahme von…;-) ). Sorry, das sind leider Faktoren auf die ich Rücksicht nehmen muss, da es wohl sonst ein wenig Ärger gäbe.

4. Wie schon gesagt, es haben mich schon einige darauf angesprochen wann sie denn mal vorbeikommen könnten. Da ich keine großartigen Prioritäten setze (mit Außnahme von…) gehe ich - wie teilweise in der Informatik auch - nach dem Motto “First come, first serve” oder auch frei übersetzt “Who comes first, paints first :-D “. Aus diesem Grund findet ihr oben im Menü jetzt eine neue Seite Visits, in der schon die “Voranmeldungen” stehen. Wenn ihr also zeitlich da noch ein Plätzchen findet und euch auch irgendwie mit den oberen Punkten arrangieren könnt seit ihr natürlich “Herzlich Willkommen” ;-) .

Alles klar, “Wir sehen uns” ;-)
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